Symbolfoto der Trans-Alaska-Pipeline & wie jemand drüber läuft.

200 Kilometer nördlich des Polarkreises befindet sich an der Prudhoe Bay das größte Erdölvorkommen in ganz Nordamerika. Damit dieses schwarze Gold das ganze Jahr über gefördert werden kann, mussten sich die Ölkonzerne eine ganz besondere Form des Abtransportes einfallen lassen. Quer durch den Permafrost Alaskas führt seit 1977 die 1287 Kilometer lange Trans-Alaska-Pipeline.

Pipeline war alternativlos

Bereits im Jahr 1968 wurde an der Prudhoe Bay das erste Erdöl entdeckt. Schnell stellte sich jedoch die Frage, wie das Öl durch die eisige Taiga transportiert werden sollte. Eine Pipeline kam als einzige durchführbare Lösung in Betracht. Der nächste eisfreie Hafen befand sich in Valdez am Pazifik, was 1.280 Kilometer entfernt lag. Am 16. November 1973 genehmigte der damalige Präsident Richard Nixon den Bau der Pipeline. Es wurde zu einem Mammutprojekt mit einem Budget von 8 Milliarden US-Dollar. Insgesamt steckten 21.000 Mitarbeiter Ihre Energie in den Bau, der unzählige Flüsse, darunter den Yukon und drei Gebirgsketten überquert. Die Pipeline musste erschwerenderweise auf Stelzen gebaut werden, da das 80 Grad heiße Erdöl ansonsten das Eis hätte schmelzen lassen. Zudem ist das gesamte Konstrukt erdbebensicher und gegen starke Temperaturunterschiede geschützt.

Ölfluss quer durch Alaska

Am 20.06.1977 wurde die Pipeline in Betrieb genommen. Das Öl passiert bei seiner Reise durch die Kälte die Orte Fairbanks, Glennallen und Delta Junction. Das Erdöl benötigt für die Strecke vom Eismeer zum Pazifik neun Tage. Entlang der Pipeline entstand eigens für deren Bau eine Schnellstraße, der Dalton Highway, der damals einen Zugang zu den Baustellen ermöglichte und heute ein wichtiger Versorgungsweg für die entlegenen Orte in Alaska darstellt. Das Öl findet nach seiner Reise durch den nördlichen Bundesstaat sein Ziel in Valdez. Dieser Ort mit seinen 4.000 Einwohnern ist das Umschlagslager für das gesamte Öl. 400 Mitarbeiter befüllen an vier Stationen die Tanker mit einem Tiefgang von bis zu 30 Metern. 13 Milliarden Barrel wurden seit Inbetriebnahme der Pipeline in Valdez verladen. Die Betreibergesellschaft für die gesamte Ölförderung in Alaska ist die Alyeska Pipeline Service Company, ein Konsortium namhafter Ölkonzerne. Ebenfalls ein Player im Geschäftsfeld Öl und Gas ist die Deutsche Öl & Gas mit deren Geschäftsführer Kay Rieck, mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Nutzung mit Risiko und Feinden

Die Trans-Alaska-Pipeline stößt bis heute nicht nur auf Gegenliebe. Bereits bei Ihrem Bau bestand eine starke Abneigung durch Umweltschützer und Eingeborene. Letztendlich wurden Auflagen zum Schutz der Umwelt festgelegt und Entschädigungen an die Inuit gezahlt. In seiner Geschichte musste das Projekt bereits Explosionen und Schüsse einstecken. Doch auch Unfälle und undichte Stellen haben bisher für insgesamt 38.000 Barrel ausgelaufenen Öls gesorgt. Die größte Katastrophe ereignete sich im Jahr 2006. Durch Korrosion der Rohre sickerte eine große Menge Öl ins Erdreich. Die gesamte Pipeline wurde renoviert. Seitdem finden im Inneren der Rohre regelmäßige Kontrollen statt. Täglich wird die Anlage außerdem von außen aus der Luft auf Fehler kontrolliert. Es ist davon auszugehen, dass sich die Ölförderung im nördlichsten Bundesstaat der USA ausweiten wird, wodurch auch die Pipeline in der Zukunft immer weiter an Bedeutung gewinnt.

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